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bye bye Schnuller

Kurz vor dem dritten Ehrentag unseres Sohnes Milan Levi sollte der Schnuller aus dem Kinderbett verbannt werden.

Unser Zahnarzt deutete schon einige Zeit im Voraus an, dass es Zeit würde.

 

Bei Milan war ich schon von klein auf besser dran, an sein Empathievermögen zu appellieren, als dröge "Erwachsenenerklärungen" wie in diesem Falle - der Schnuller verformt deinen Kiefer und deshalb muss er weg.

Die Schnullerfee war mir neben der Zahnfee irgendwie zu einfallslos. 

So ließ ich mir etwas anderes einfallen.

Aufruf vom Bürgermeister

Kurz vor dem dritten Geburtstag eines Kindes muss dieses seine Schnuller eintüten und zum nächsten Postoffice bringen.

 

Die Schnuller werden dann an den Bürgermeister gesendet und an die neu geborenen Babies im Kreis verteilt.

Im Gegenzug bekommt man auch eine kleine Überraschungstüte, weil man so groß und tapfer ist und die Mamas der Neugeborenen vor schlaflosen Nächten verschont. 

 

Nun, um den einen nicht anders zu behandeln als den anderen - habe ich in den vergangenen Tagen immer mal wieder mit Milan darüber gesprochen, wie das bei ihm damals so war.

 

In seiner Überraschungstüte war eine Tüte Kekse, ein kleines Feuerwehrauto und ein Anschreiben vom Bürgermeister. :)

 

Der kleine Bruder hörte aufmerksam zu, meinte aber auch, dass er noch nicht soweit sei.. - erst bald.

Er hatte seinen Schnuller auch wirklich gern, im Bett liegen meist 5-6 und wenn wir am Abend irgendwo zu Besuch waren, dann fragte er auf der Rückfahrt im Auto immer nach einem.

Andererseits gab es auch Zeichen dafür, dass der Schnuller gar nicht mehr so nötig war. Im Kindergarten hatte er ein mal über mittag keinen und hat trotzdem geschlafen.

Auch bei der letzten Übernachtung bei Oma und Opa hatte ich den Schnuller nicht eingepackt und auch hier hat er in den Schlaf gefunden.

 

Vergangenen Montag war es dann soweit.

Nach dem Kindergarten fragte ich Nael: "Na, wann bringen wir denn deine Schnuller zur Post?"Er meinte entschlossen, er sei bereit. 

 

So niedlich.. "Mama, ich bin beiret!"

Plötzlich wurde ich ganz nervös. Wo war die Zeit geblieben? Ich glaube, ich war aufgeregter als er. Und ein bisschen wehmütig auch, denn mein Baby war nun eindeutig kein Baby mehr..

Nachdem wir gemeinsam gegessen haben bin ich dann schnell zu Rossmann ( das einzige Geschäft in unserem Dorf ) um eine Kleinigkeit zu besorgen.

Zufällig gab es hier ein PJ-Masks-Kuschel-Gekko, Nael ist ein großer Fan.  Außerdem kam eine Tüte Bonbons und ein Badewannen Dino mit in die Überraschungstüte und zu guter Letzt ein Lavendel-Gute-Nacht-Bad, um die erste Nacht ohne Schnuller so gemütlich wie nur möglich ein zu stimmen.

 

Bevor ich Nael zuhause abgeholt hab, fuhr ich bei der Post vorbei - hier kannte man uns und die Story - alle machten mit und freuten sich über ein bisschen Abwechslung. Ich lies seine Tüte also schon mal hier.

 

10 min später waren wir gemeinsam zurück, Nael gab stolz wie Bolle seinen Umschlag mit den Schnullern ab und bekam im Gegenzug sein Tütchen.

Er freute sich so, am meisten über die Süßigkeiten und das Lob der Menschen im Postoffice.


Am Abend haben wir wohl 45 minuten auf höchstem Niveau diskutieren müssen.

Er meinte, es sei wohl nicht so schlimm, wenn ein einziges Baby weinen müsse, nur eines - er bräuchte nur einen einzigen Schnuller zurück.

 

Ich bot an den Bürgermeister an zu rufen, er solle die Schnuller eben rum bringen.

Das sei auch wirklich kein Problem, wenn er eben doch nicht so weit sei, doch den Gekko, den müssten wir halt noch mal zurück geben für eine Weile.

 

Nein, das wollte er auch partout nicht. So wichtig sei der Schnuller dann auch nicht. Zwei, drei geschauspielte Tränchen, ein paar Streicheleinheiten und ein Schlaflied weiter, wurde ich dann gebeten den Raum zu verlassen. 

Er hat tatsächlich die Nacht durch geschlafen.

Auch der Mittagsschlaf im Kindergarten funktionierte einwandfrei - der Gekko war schließlich dabei. 

Er war so stolz auf sich.


Die kommenden Abende waren wohl nicht so einfach wie gewöhnlich, es dauerte immer so 10 min bis er zur Ruhe kam und es gab hier und da einen Einwand wie "Ich bin noch nicht müde" oder "Ich bin noch so durstig" oder "Die CD mag ich nicht hören" ..aber nach dem Schnuller fragte er nun nicht mehr.

 

Weniger bereit für all diese kleinen Meilensteine, bin dann am Ende wohl ich.


Gute Nacht kleiner, großer Schatz - morgen wirst du drei!!


Deine Mama Alexandra

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Melli (Montag, 22 Januar 2018 10:43)

    Das merk ich mir!! Sehr gut! :)

Das sind wir

Alina und Alexandra.

 

Zwei ehemalige Flugbegleiterinnen.

 

Zweifachmamas.

 

Wir teilen nicht nur die Affinität für fremde Kulturen und Länder, vielmehr auch den Wunsch, unsere kleinen Menschenkinder zu weltoffen denkenden, toleranten und achtsamen Erdbewohnern auf zu ziehen.

 

Warum nicht Erfahrungen und Wissenswertes teilen!?

 

Desweiteren schwelgen wir gern in Erinnerungen aus unserer Zeit als Flugbegleiterin - hierzu findest Du mehr in der Rubrik "Gallytalk".

 

So kam die Idee zu diesem Blog.

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #5

    Gulia (Dienstag, 02 Januar 2018 12:25)

    Ich bin über eine Instafreundin auf euren Blog gestoßen.
    Richtig schön, bin gespannt auf das was noch kommt!! Frohes Neues Jahr und lieben Gruß

  • #4

    Marie (Sonntag, 10 Dezember 2017 16:47)

    Newsletter bestellt ;)
    Super Blog weiter so.

  • #3

    Carola (Freitag, 08 Dezember 2017 16:23)

    Schöner Blog. Auch als oma interessant! Macht ihr klasse Mädels.. .

  • #2

    Marga (Mittwoch, 22 November 2017 19:30)

    Super toll geschrieben gefällt mir sehr weiter so Marga

  • #1

    Susy (Mittwoch, 22 November 2017 13:07)

    Hallo Alina ♥
    Hallo Alexandra!

    Ich bin jetzt schon begeistert von eurer Seite.
    Toll aufgebaut, sehr informativ und eure Foto´s sind der Hammer.
    Ich habe mich direkt in eurem Newsletter eingetragen, so dass ich nichts mehr verpasse.
    Macht weiter so...Liebe Grüße, Susy☺