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Karibik-Cruise ab Miami mit Baby

Die kleine Vorgeschichte zu dieser Reise muss sein.

Mein Mann und ich haben schon die Flüge gebucht.

Wir wollen eine meiner besten Freundinnen im Outback von Australien besuchen.

Shark Bay, WA.

Dort lebt sie zu dem Zeitpunkt seit nunmehr zwei Jahren, wir skypen immer wenn der Zeitunterschied es zulässt und die Sehnsucht ist groß..

 

Einen Monat vor Abflug bin ich unverhofft, plötzlich schwanger.

Damals bin ich selber noch Flugbegleiterin und schon einige Male mit Baby an Board geflogen - ungewusst.

Meine damalige Gynäkologin rät mir ab, in diesem noch "kritischem" Stadium der Schwangerschaft ein mal über den Äquator und zurück zu fliegen.

Desweiteren wären wir noch weitere 8 Autostunden nach den zwei Flügen unterwegs gewesen.

So stornieren wir die Reise, machen ein paar Europatrips und planen die nächste große Reise zu dritt.

 

Mir wäre ohne Milan sicher nie in den Sinn gekommen eine Cruise zu machen, aber mit Baby scheint uns der vermeintliche Luxus, alles zu jeder Zeit vor Ort zu haben und gleichzeitig möglichst viel zu sehen sehr praktisch.

 

So buche ich von Deutschland aus die Flüge nach Miami und die Bahamas Cruise mit der Carnival Breeze, welche in diesem Jahr einige Monate vor unserer Reise ihre Jungfernfahrt hatte.

Wir entscheiden uns für die Route Miami, Grand Turk ,Jamaica (Ochos Rios), Bahamas (Nassau) und zurück in einer Balkonkabine, sodass wenn Milan schläft, wir draußen sitzen können, bei einem Glas Wein aufs Meer sehen und übers Leben reden.

( Vorab schon mal Sorry für die mäßig guten Bilder!! Uns ist die Digitalkamera abhanden gekommen und dies sind die letzten, übrigen Fotos meines Iphones (3) )

Abflug - von Düsseldorf nach Miami

Als Fliegerpärchen wissen wir auf was es ankommt.

Zuhause eingecheckt in der ersten Reihe mit Babybassinet müssen wir am Flughafen lediglich unser Gepäck und Milan's Kinderwagen aufgeben.

Milans Handgepäck ist ausgestattet mit einer kleinen Reiseapotheke, seiner Spieluhr, einer leichten Decke, ein Babyspielbuch und reichlich Babynahrung und Wasser.

Ich stille ihn zwar noch, aber er isst natürlich auch schon mit seinen 10 Monaten, was sich auf dieser Reise als ziemlich schwierig erweist..

 

Obgleich wir über Tag hin flogen, hat unser Vorzeigebaby den Flug nahezu verschlafen und uns die Reise sehr leicht gemacht.

Wir kennen ein paar Mitglieder der Crew auf diesem Flug, die auch uns den Aufenthalt an Board mit großer Gastfreundschaft versüßen.

Nach 10 Stunden in der Luft geht auch die Einreise in Miami relativ fix.

Milan verzaubert die lateinamerikanischen Menschen immer sofort, das war so süß.

Auch an Board der Cruise sind vor allem die älteren Latina-Damen immer ganz verzückt von dem blonden Baby, wenn es in der Manduca auf Mamas Rücken schläft, können sie nicht anders, als seine kleinen Füßchen zu streicheln.

 

Wir schnappen uns unser Gepäck und Milans Kinderwagen beim Sperrgepäck, suchen uns ein Taxi und fahren zum Hotel, das auch gleichzeitig das Crewhotel der Airberlin ist..

Babybassinet, fliegen mit Baby
Milan, der gerade noch ins Babybassinet passte..

Zwei Nächte in Miami

.. familienfreundliche Metropole

Eingecheckt im Marriott Biscayne Bay ist erstmal eine Dusche für Mama und Papa und das vorerst letzte Hipp-Gläschen- Kaiserschmarrn in Apfelmus für Milan angesagt #zonkgeräusch!!

aber dazu später mehr..

 

Unser Zimmer ist groß, sauber, mit Babybett ausgestattet und hat einen wirklich wunderschönen Ausblick auf einen kleinen Yachthafen der direkt vorm Haus liegt..

Im Babybett liegt ein kleines Kuscheltier und ein Kinderhandtuch und wir werden zich mal gefragt, ob wir für Milan noch etwas benötigen.

 

Das Hotel ist zentral gelegen, 15 min von Air- und Cruiseport und 20 min vom Ocian Drive.

 

Um uns dem Zeitunterschied anzupassen ziehen wir erstmal mit einem Crewkollegen los, der zufällig auch einige Tage in Miami und bei unserem Hinflug dabei ist.

Am Miami Heat Stadion vorbei spazieren wir zum Biscayne Bulevard und essen klischeemßig im Miami Hard Rock Café Bayside.

 

Wie typisch für Miami hört und spricht man mehr spanisch als englisch.

Die Locals tanzen zu Live Musik Salsa und Meerenge.

Kinder sind überall gerne gesehen und mit von der Partie.

 

Zurück im Hotel sind wir nur noch froh über unser King Size Bett, doch endet diese erste Nacht für mich und Milan schon wieder gegen 5 Uhr - gejetlagtes Baby - so geistern wir bis zum Frühstück durchs Hotel um dem Papa noch ein zwei Stündchen zu gönnen.

Little Havana, statt Ocean Drive

Da wir nun nicht mehr als wildes, kinderloses Paar reisen, reizt uns ein Ausflug an den Ocean Drive am helligen Tag nicht sonderlich.

Und am Strand oder Pool rumhängen werden wir in den nächsten Tage sicher zu Genüge.

Viel mehr steht uns der Sinn nach Kultur, so zieht es uns nach "La pequena habana".

Über die "calle Ocho" schlendernd fühle ich mich endgültig nicht mehr, als sei ich Touristin in America. 

Kubanische Restaurants, Obst- und Gemüsestände, Zigarrenläden und Kunstgallerien säumen die Strassen.

Wir essen latainamerikanische Tapas zu Reggaetonbeats und freuen uns übers Leben!

Das kulinarische Drama dieser Reise

Milan wird zum Zeitpunkt dieser Reise wie gesagt noch gestillt.

Natürlich hat er auch schon gegessen, allerdings nur dampfgegart und selbst gekochten Babybrei.

Am Morgen meist ein selbstgemachtes Birchermüsli mit/oder Obstmus und zum Mittag beispielsweise Karotten, Zucchini oder Pastinaken mit Kartoffeln und Rapsöl mal etwas Fleisch, mal etwas Fisch oft vegetarisch.

(ich habe seinerzeit etliche Rezepte aus der "Eltern"- Zeitschrift ausgeschnitten und behalten, .. bei Bedarf stell ich sie gern mal auf den Blog)

 

Nun ja, hier in den USA kaufe ich organic Babybrei.

Ich versuche an Board der Cruise Reis, Kartoffeln, Gemüse und alles Mögliche versucht klein zu stampfen.

Joghurt, Müsli, Risotto.

Nichts.

Milan hat kaum gegessen, gelegentlich etwas Obst wohl.

Sein verwöhnter Gaumen will den Fraß nicht. :)

(Mit meinem Zweitgeborenen wäre mir das sicher nicht passiert, der isst seit je her alles und nicht zu wenig)

 

Nun dementsprechend stille ich den halben Urlaub durch. Milan war glücklich, nur ich etwas müde und besorgt.

Grand Turk, Jamaica, Bahamas - Kreuzfahrt

Die Carnival Breeze

Die Carnival Breeze ist ein großes Kreuzfahrschiff mit 14 Decks.

Einer sehr große Auswahl an internationalen Restaurants, mehrere Pools, ein Hochseilpark, ein Basketballfeld, ein Minigolffeld und eine Joggingbahn mit Meeresblick,die mich sogar ans Laufen bringt, finden wir hier.

 

Darüber hinaus ein Theater und ein Casino, in dem Florian an einem Abend einen Russen, ein paar Amerikaner und einen Chilenen beim Pokern so abzockt, dass ich dachte sie werden ihn über Board werfen, während ich mit einem etwa 75 jährigen, zahnlosen, alleinreisendem, australischen Millionär an der Bar Icona Pop - "I love it" zum Besten gebe!!

"I got this feeling on the summerday when you were gone, I crashed my car into a bridge... I don't care... lalala"

Als dieser einige Tage später beim Frühstück vom 20 Meter entfernten Tisch schreit-singt-lispelt "Hey 90ties-Bitch.." ist mein Mann sichtlich irritiert.

Ich lach mich schlapp. 

 

Ich komm vom Thema ab.

 

Also es ist meine erste Kreuzfahrt.

Ich bin erstaunt wie schnell und reibungslos der Checkin, Checkout und der Service an sich abläuft.

Unser Zimmer ist mit 19m² für ein Schiff doch recht geräumig. Sicher kein Luxustraumschiff, aber völlig ausreichend.

Ständig werden die Zimmer gereinigt, Betten und Handtücher gewechselt.

 

Unser persönlicher Housekeeper ist ein junger Ukrainer, ziemlich smart, sympatisch und auf zack.

Er verdient gutes Geld in der Saison, doch ist es ein Knochenjob und kein Zuckerschlecken.

Nicht allen Arbeitern auf dem Schiff geht es so gut und die Löhne sind beschähmend unfair, was einen traurigen und bitteren Beigeschmack für uns hat..

Als stillende Mama und Flo der eh nicht der größe Trinker ist, geht ein Teil unseres Taschengeldes, den andere wahrscheinlich für Wein und Cocktails dort lassen also für beachtlichen Tip drauf

 

An den Tagen auf See können wir uns tatsächlich ertaunlich gut die Zeit vertreiben, ohne das mal Langeweile aufkommt.

Am vorletzten Tag auf See hat mein Göttergatte mich mit einem Spa- & Wellnessvormittag überrascht um die unruhigen Nächte weg zu relaxen.

Leute dieser Spabereich "Cloud 9" ist nicht von dieser Welt und die Treatments sind die Besten, die ich je hatte!! Das totale WOW-Erlebnis.

1st stop - Grand Turk

Grand Turk ist die größte der Turks-Inseln.

Wir entscheiden uns hier nicht viel zu tun, uns ist einfach nach süßem Nichtstun, weißem Sandstrand und einem Tag am Meer.

Milan genießt die Abwechslung an Land sichtlich und neben einem landestypischen Essen am Strand steht für uns nicht viel auf dem Programm.

2nd stop - Ochos Rios

Acht Flüsse, Jamaica, Naturschätze, Reggae, auf den Spuren von Bob Marley und ein einzigartiges Lebensgefühl.

Hierauf freuen wir uns sehr.

Dunn's Riverfalls - einen Ausflug zu den Wasserfällen hatten wir an Board gebucht.

 

Ein Jamaicaner, der Bob in Person sein könnte, spricht mich und meinen Mann auf einem Spaziergang in Richtung des Naturparks an. Erst denken wir er wolle vielleicht etwas verkaufen, da wir in einen sehr touristischen Gebiet mit lauter kunsthandwerklichen Ständen unterwegs sind.

Er ist allerdings einfach auf smalltalk aus, nett und stoned..

Er sieht mir meine Sorge an und fragt, was sei.

Ich erkläre meine Sorge um Milan an Board der Cruise, woraufhin er sehr philosophisch und weise in "Patois" etwas redet, das ich nicht verstehe, mir dennoch bessere Laune macht, mir seine Kette für Milan schenkt und sich aus dem Staub macht, das ist so strange und herzerwärmend zugleich.

 

Diese Kette liegt heute in Milans persönlicher Schatztruhe - wo der Schwangerschaftstest mit dem positiven Ergebnis, sein erster Body, Mutterpass, Krankenhausarmband und all solch besondere Dinge drin aufbewahrt werden.

 

Milan wollen wir den Landgang nämlich ersparen und buchen eine Nanny für ihn, was im Nachinei völlig unnötig war, wir hätten ihn auch gut mitnehmen können.. Ich bin zwei Stunden lang unentspannt und er schläft, als wir kommen, aber hixt so seltsam - woraus ich schließe, dass er geweint hat. Das bricht mir das Herz und ich würde es nicht noch mal tun!!!

Ich hatte mir einreden lassen, mit dem "hellen" Kind nicht auf Jamaica auszusteigen, völlig bekloppt, schließlich sind wir ja nicht als Backpacker unterwegs.

 

Nichtsdestotrotz ist es ein einmaliges Erlebnis und ein schöner Ausflug.

last stop - Nassau

Das Besondere an diesem Stop für uns, wir müssen keinen Tourguide oder Ausflug buchen, wir haben unseren eigenen, einen ganz besonder lieben und atraktiven. :)

Unsere Freundin Gianna, die es wegen der Liebe und einem interessanten Job füre einige Zeit an diesen besonderen Ort geführt hat, macht uns diesen Tag zu einem besonders schönen.

 

Nachdem sie uns am Hafen abholt und wir über die Brücke nach Paradies Island fahren, gönnen wir uns bei ihr erstmal eine kalte Weinschorle.

Zum Kaffee und Kuchen machen wir uns auf zu dem Hotspot überhaupt - the One&Only Ocean Club, einem der besten Luxusresorts der Welt,

Es gibt weltweit nicht viele der erlesenen One&Only Properties.

Wer hat, der hat.

Der Kaffee wird hier allerdings auch mit Wasser gekocht.

 

Daruf folgt ein ausgibiger Spaziergang durch weltberühmte Atlantis Hotel, begleitet von interessantem Insiderwissen.

Milan kommt aus dem Staunen auch nicht raus!

 

Zum Abendessen, bevor wir zurück zum Cruiseport müssen, gehen wir zu "The Green Parrot" ein richtiger local spot, hier werden frischester Fisch und köstliche Burger in atemberaubender, authentischer Atmosphäre direkt am Wasser serviert.

 

Das Essen ist wirklich unfassbar gut.

Danke an dieser Stelle liebe Gianna, für diesen unvergesslichen Tag, dass wir deine Gäste sein durften und du uns Orte gezeigt und von Dingen berichtet hast, die wir so nie erfahren hätten.

 

Wissenwerte Randomfacts : Gianna arbeitet hier zu dieser Zeit mit einer anderen Psychologin gemeinsam mit heroinsüchtigen Kindern und Jugendlichen.

Das was die Touristen von diesem paradisyschen Ort meist nicht zu Gesicht bekommen und auch nicht wissen wollen, ist mit das Traurigste was ich je zu hören bekommen habe.

Die Bahamas sind absolut steuerfrei und desweiteren kauft man sich mit 1.000.000 USD eine Staatsangehörigkeit, somit tümmelt sich hier kriminelles aber reiches Gesindel zu Genüge,

Ein großer Teil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und die Kriminalitätsrate ist exorbitant hoch.

Drogenkriminalität und Bandenkonflikte bekommen hier schon die Kleinsten zu spüren.

Die christliche Kultur und Erziehung lässt die Kinder glauben, dass Jesus sie für ihre Drogensucht bestrafen wird und sie selbst die Schuld für ihr Dilemma tragen.

(Ich wünschte ich hätte euch schönere Bilder zeigen können!! Bei den kommenden Reisen wird das der Fall sein!!)

Reisefazit

Abschließend kann ich nun zu dieser Reise sagen, dass wir eine unvergessliche Zeit hatten, ein wundervolles und unkompliziertes Baby und die Erfahrung Kreuzfahrt von unserer "Have-to-do-Liste" gestrichen ist.

 

Grundsätzlich ist dieses Schiff-Ding in dieser Form nicht unsers.

Auch nicht mit Kind.

Zu viel Touri, zu wenig nachhaltig, zu wenig Freiheit, zu wenig kann man von Kulur und Umgebung erfahren in den kurzen Landgängen.

Wir haben jetzt natürlich keinen Vergleich zu anderen Schiffen und anderen Kreuzfahrt-Routen, den wird es aber wahrscheinlich auch nicht geben.

 

Wir hätten sicher auch mit Milan drei Wochen nach Shark Bay zu meiner Freundin Marie reisen können, da hätte ich ihm zumindest nen Brei im Outback kochen können.

 

Trotzalle dem haben wir gemeinsam, egal wo auf der Welt, immer eine gute Zeit und das ist doch mit das Wichtigste an gemeinsamen Reisen.

sonnige Grüße

Eure Alexandra

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Kommentare: 1
  • #1

    Marie (Montag, 15 Januar 2018 20:52)

    Du süße Alex!!! Ja Babybrei im Outback wär cool gewesen! Bahamas gibste aber noxhmal ne Chance! Kreuzfahrtschiff aber nicht ;)

Das sind wir

Alina und Alexandra.

 

Zwei ehemalige Flugbegleiterinnen.

 

Zweifachmamas.

 

Wir teilen nicht nur die Affinität für fremde Kulturen und Länder, vielmehr auch den Wunsch, unsere kleinen Menschenkinder zu weltoffen denkenden, toleranten und achtsamen Erdbewohnern auf zu ziehen.

 

Warum nicht Erfahrungen und Wissenswertes teilen!?

 

Desweiteren schwelgen wir gern in Erinnerungen aus unserer Zeit als Flugbegleiterin - hierzu findest Du mehr in der Rubrik "Gallytalk".

 

So kam die Idee zu diesem Blog.

 

 

 

hello@m-otherearth.com

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Instagram: m_otherearth.blog


Kommentare: 5
  • #5

    Gulia (Dienstag, 02 Januar 2018 12:25)

    Ich bin über eine Instafreundin auf euren Blog gestoßen.
    Richtig schön, bin gespannt auf das was noch kommt!! Frohes Neues Jahr und lieben Gruß

  • #4

    Marie (Sonntag, 10 Dezember 2017 16:47)

    Newsletter bestellt ;)
    Super Blog weiter so.

  • #3

    Carola (Freitag, 08 Dezember 2017 16:23)

    Schöner Blog. Auch als oma interessant! Macht ihr klasse Mädels.. .

  • #2

    Marga (Mittwoch, 22 November 2017 19:30)

    Super toll geschrieben gefällt mir sehr weiter so Marga

  • #1

    Susy (Mittwoch, 22 November 2017 13:07)

    Hallo Alina ♥
    Hallo Alexandra!

    Ich bin jetzt schon begeistert von eurer Seite.
    Toll aufgebaut, sehr informativ und eure Foto´s sind der Hammer.
    Ich habe mich direkt in eurem Newsletter eingetragen, so dass ich nichts mehr verpasse.
    Macht weiter so...Liebe Grüße, Susy☺