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Neuseeland- einmal ans andere Ende der Welt

Zwei Monate Elternzeit hieß es für meinen Mann im Dezember 2016, Januar 2017. Unser Sohn Mateo war zu diesem Zeitpunkt 10 Monate alt. Unsere nächste große Reise stand auf dem Plan. Die erste Reise zu dritt, als Familie.

 

Kurzerhand schmissen wir unser eigentliches Ziel Argentinien komplett über Bord, und entschieden uns für Neuseeland. Sind zwei Monate doch die perfekte Zeitspanne und Gelegenheit, die weite Reise anzutreten und auf sich zu nehmen. In ein kleines aber besonderes Land, mit unendlichen Landschaften, wie es der Reiseführer verspricht.

Der 24.12. wurde unser Abreisetag. Quasi unser Weihnachtsgeschenk an uns selbst. Eine kleine Auszeit, eine weitere neue Erfahrung, ein neues Ziel auf unserer persönlichen Weltkarte.

 

Drei Tage vor Abreise machte uns das Leben allerdings ein  noch viel größeres Geschenk. Ich hielt zum zweiten Mal und mit Freudentränen in den Augen einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen.

Nach einem Gespräch mit meiner Ärztin und mit Vertrauen in den eigenen Körper, fiel die Entscheidung, die Reise wie geplant an zu treten. Überglücklich und fast zu viert.

 

Gebucht war ein Hostel in Auckland für die ersten vier Nächte.http://www.brownkiwi.co.nz

Alles Weitere sollte vor Ort geplant und entschieden werden. 

Vom Weihnachtsfrühstück mit der Familie ging es zum Flughafen Düsseldorf und von dort Richtung Dubai.

Unseren Sohn hatte ich ausgestattet mit reichlich Kleidung, diversen Medikamenten, wenig Spielzeug, Babynahrung im Gläschen für die Reise, Maxi Cosi, Manduca Babytrage und einem klappbaren Reisebuggy (YoYo Baby Zen) gemietet über https://mami-poppins.de

Während der sechs Stunden bis Dubai Airport schlief Mateo in seinem Babybasinett. Nach vier Stunden am Boden stiegen wir in den Airbus A380, der uns in 16 Stunden nach Auckland Neuseeland bringen sollte. 

 

Ich musste innerlich etwas schmunzeln. Als wir im siebten Schwangerschaftsmonat nach Portugal in den Babymoon flogen, wurden eine paar Stimmen laut. "Genießt es besonders, das wird vorerst eure letzte Reise sein" 

"Mit Kind wird das in Zukunft nicht leicht"

Nun traten wir, ein Jahr später, mit Kind und in der sechsten Woche schwanger, unsere bisher längste Reise überhaupt an.

16 Stunden, was das bedeutet wurde mir erst so richtig bewusst, als ich in unserer Reihe Platz nahm. Ca. 10 Stunden später war ich bereit, eine Niere zu verkaufen, um in die Business Class wechseln zu dürfen. Der Flug fand ein Ende, und wir hatten es bis ans andere Ende der Welt geschafft.

Die ersten vier Tage nutzten wir um anzukommen, auszuschlafen und um im Internet nach einem geeignetem Camper Van zu suchen. Auf http://www.backpackerboard.co.nz

wurden wir fündig. Ein Mitsubishi L300, den sein amerikanischer Vorbesitzer zu einem Camper umgebaut hatte, ging nach zwei Unterschriften in unseren Besitz über.

 

 

 

Allerdings nicht ohne das Fahrzeug vorher in einer Werksatt gründlich checken zu lassen. Dies machen die meisten Werkstätten in Neuseeland schnell und für ca. 80-100 NZ Dollar. Im Gegensatz zu langen und nervenaufreibenden Behördengängen in Deutschland, ist der Kauf und die Anmeldung eines Fahrzeuges in Neuseeland schnell und unkompliziert. Um legal auf neuseeländischen Straßen zu fahren, muss jedes Fahrzeug einen gültigen Warrant of Fitness (WOF) nachweisen, ein Test ähnlich dem des TÜV in Deutschland, der alle sechs Monate erneuert werden muss. Außerdem braucht jeder Wagen den Nachweis, dass die Rego (offiziell "vehicle licence"genannt, zu deutsch Straßenzulassung) bezahlt wurde. 

Diese Formalitäten können in einem beliebigen Post Office in kürzester Zeit erledigt werden.

 

Im Laufe unserer folgenden Tour, statteten wir den Van immer weiter aus. In jeder größeren Stadt wurde das WAREHOUSE unser erstes Ziel.

Da wir uns zu sehr auf den neuseeländischen Sommer verlassen hatten, mussten z.B. Schlafsäcke und Decken her. Für Mateo bauten wir jeden Abend das Führerhaus zu einem Bett um. Unser kleiner Camper war ein toller Reisebuddy. So schlief er die meisten Fahrten in seinem Maxi Cosi zwischen uns auf der Doppel Sitzbank. 

 

Unsere Route startete auf der Nord Insel von Auckland über Hamilton nach Rotorua. Rotorua ist ein Ort der heißen Quellen, himmelhohen Geysire und die Heimat faszinierender Maori-Kultur.

 

Von dort fuhren wir weiter bis Taupo und Wellington, von wo aus wir mit der Fähre über setzten auf die Südinsel. Wie alle Lokalitäten, Supermärkte, Campingplätze etc. ist die Fähre bestens auf Familien und Kinder ausgerichtet. So wurde Dank Wickelraum, Babybetten und Spielplatz die vier stündige Überfahrt im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel.

Auf der Südinsel führte uns die Reise von Pictor nach Nelson, den Franz Josef Gletscher, über Queenstown nach Milford Sound. Milford Sound ist ein 15 Kilometer langer Fjord und ist die wichtigste Touristenattraktion des Fiordland-Nationalparks im Südwestender Insel und gehört somit auch zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der Milford Sound wurde nach dem walisischen Ort Milford Haven benannt. In der Sprache der Maori heißt er Piopiotahi. Rudyard Kipling hatte den Sound einmal das achte Weltwunder genannt. Die deutsche Bezeichnung ist "Milfordsund"

In Wanaka schnupperten wir drei Tage Bergluft. Von dort ging es weiter nach Christchurch. Eine Touristenattraktion ist zweifelsohne die restaurierte Straßenbahn, deren Geschichte bis ins Jahr 1880 zurückreicht, und mit der man die Innenstadt im Sitzen erkunden kann. 

Nach einem kurzen Stop in Blenheim ging es wieder zurück auf die Nordinsel, wo wir den Camper an ein nettes holländisches Paar weiter gaben.

Wir verliessen Neuseeland mit vielen Eindrücken und Erinnerungen. Und mit der Gewissheit, dass solch eine Reise mit Kind sehr gut machbar ist. Hatte unser Sohn alle Fahrten, Ausflüge und Abenteuer entspannt gemeistert und außer ein paar Mückenstiche, unversehrt überstanden. Ich war es, die langsam mit Übelkeit und Müdigkeit zu kämpfen hatte. 

Da uns noch genügend freie Zeit übrig blieb, schmiedeten wir spontan den Plan, die Rückreise zu "halbieren" und einen Flug nach Bangkok zu buchen.

 

Fortsetzung folgt...

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Kommentare: 1
  • #1

    Geli (Montag, 04 Dezember 2017 17:37)

    Toller Beitrag..!!Sehr ausführlich und lustig geschrieben!
    Überhaupt gefällt mir eure Seite sehr gut...auch wenn der Umgang mit Kleinkindern bei mir schon ein paar Tage her ist..

Das sind wir

Alina und Alexandra.

 

Zwei ehemalige Flugbegleiterinnen.

 

Zweifachmamas.

 

Wir teilen nicht nur die Affinität für fremde Kulturen und Länder, vielmehr auch den Wunsch, unsere kleinen Menschenkinder zu weltoffen denkenden, toleranten und achtsamen Erdbewohnern auf zu ziehen.

 

Warum nicht Erfahrungen und Wissenswertes teilen!?

 

Desweiteren schwelgen wir gern in Erinnerungen aus unserer Zeit als Flugbegleiterin - hierzu findest Du mehr in der Rubrik "Gallytalk".

 

So kam die Idee zu diesem Blog.

 

 

 

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Kommentare: 5
  • #5

    Gulia (Dienstag, 02 Januar 2018 12:25)

    Ich bin über eine Instafreundin auf euren Blog gestoßen.
    Richtig schön, bin gespannt auf das was noch kommt!! Frohes Neues Jahr und lieben Gruß

  • #4

    Marie (Sonntag, 10 Dezember 2017 16:47)

    Newsletter bestellt ;)
    Super Blog weiter so.

  • #3

    Carola (Freitag, 08 Dezember 2017 16:23)

    Schöner Blog. Auch als oma interessant! Macht ihr klasse Mädels.. .

  • #2

    Marga (Mittwoch, 22 November 2017 19:30)

    Super toll geschrieben gefällt mir sehr weiter so Marga

  • #1

    Susy (Mittwoch, 22 November 2017 13:07)

    Hallo Alina ♥
    Hallo Alexandra!

    Ich bin jetzt schon begeistert von eurer Seite.
    Toll aufgebaut, sehr informativ und eure Foto´s sind der Hammer.
    Ich habe mich direkt in eurem Newsletter eingetragen, so dass ich nichts mehr verpasse.
    Macht weiter so...Liebe Grüße, Susy☺